Welche Standardkennzahlen regelmäßig in die Irre führen

Die beliebtesten Kennzahlen der Branchenanalyse taugen oft wenig

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Die beliebtesten Kennzahlen der Branchenanalyse taugen oft wenig

Manche Kennzahlen haben sich in Berichten etabliert, weil sie leicht zu berechnen sind - nicht weil sie die relevantesten Fragen beantworten. Das ist ein Fehler, der sich still durch die gesamte Analystenpraxis zieht.

KGV ohne Zykluskorrektur ist kaum aussagekräftig

Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 klingt moderat. Aber wenn der Gewinn gerade auf einem Zyklushoch liegt, sieht die gleiche Aktie in zwei Jahren möglicherweise teuer aus. Das zyklusadjustierte Pendant wird deutlich seltener verwendet, obwohl es deutlich mehr sagt.

Marktanteile zeigen nicht, ob ein Unternehmen verdient

Eine Branchenführerschaft ist kein Qualitätsmerkmal, wenn die Marge dabei aufgerieben wird. Discounter mit hohem Marktanteil und niedrigen Renditen werden in klassischen Branchenanalysen trotzdem oft positiv bewertet - weil der Marktanteil dominiert.

Wachstum ohne Kapitalrendite ist kein Vorteil

Wenn eine Branche stark wächst, aber dafür dauerhaft viel Kapital bindet, profitieren davon hauptsächlich die Investitionsgüterhersteller - nicht die Unternehmen in der Branche selbst. Diese Unterscheidung fehlt in vielen Branchenberichten vollständig.

Wer sich Zeit lässt, diese Zusammenhänge zu durchdenken, kommt zu anderen Urteilen. Das erfordert keine Gruppenarbeit - es erfordert Konzentration und die Bereitschaft, unbequeme Schlüsse zu ziehen.