Value at Risk ist in vielen Häusern die Standardmetrik – aber wer 2008 oder 2020 nur auf VaR geschaut hat, wurde überrascht. Dieses Programm behandelt Risikomanagement als etwas, das über statistische Kennzahlen hinausgeht: Es geht um die Fähigkeit, Szenarien zu konstruieren, Korrelationsbrüche zu antizipieren und Portfoliopositionen unter echtem Druck zu beurteilen.
Faktoranalyse als Grundlage
Welche Faktoren treiben die Rendite des Portfolios wirklich? Duration-Exposure, Qualitätsfaktor, geografische Konzentration – diese Fragen beantwortet eine einfache Performanceattribution meist nicht. Das Programm führt in faktorbasierte Risikozerlegung ein und zeigt, wie man versteckte Konzentrationen im Portfolio aufdeckt, bevor sie zum Problem werden.
Dazu kommen Stresstests: Wie verhält sich das Portfolio bei einem Zinsanstieg von 1,5 Prozentpunkten? Was passiert bei einer Spreadausweitung in Emerging Markets? Solche Szenarien werden nicht nur theoretisch besprochen, sondern anhand realer Portfoliostrukturen durchgerechnet.
Entscheidungen unter Unsicherheit
Der letzte Kursteil widmet sich der Frage, wie Risikoinformationen in konkrete Portfolioentscheidungen einfließen – von der Positionsgrößenbestimmung bis zur Kommunikation mit dem Investmentkomitee.
Programmstruktur
Programmstruktur
Modul 1 – Risikomaße und ihre Grenzen
- VaR, CVaR, Maximum Drawdown im Vergleich
- Wo statistische Risikomaße versagen
- Übung: Risikoberechnung an einem Beispielportfolio
Modul 2 – Faktorbasierte Risikoanalyse
- Faktormodelle: Markt, Stil, Makro
- Portfoliozerlegung nach Risikoträgern
- Konzentration und Diversifikation neu bewerten
Modul 3 – Szenario- und Stresstests
- Historische Szenarien: Dotcom, Finanzkrise, COVID
- Synthetische Szenarien konstruieren
- Interpretation und Kommunikation der Ergebnisse
Modul 4 – Risiko und Portfolioentscheidungen
- Positionsgrößenbestimmung auf Basis von Risikobudgets
- Kommunikation mit Investmentkomitee und Kunden
- Abschlusssimulation: Portfolioentscheidung unter Zeitdruck